Cookie Warnung

Akzeptieren Für statistische Zwecke und um bestmögliche Funktionalität zu bieten, speichert diese Website Cookies auf Ihrem Gerät. Das Speichern von Cookies kann in den Browser-Einstellungen deaktiviert werden. Wenn Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.

Jägerlatein unter Palmen

...

Auf der Pirsch nach sogenannten „verlorenen Orten“ (lost places) stößt mensch immer wieder auf kleine (und größere) Perlen. Diesmal in Form eines typischen Weinviertler Bauernhaus, das bis in die späten 1980er Jahre bewohnt gewesen sein dürfte.

 

In vielen Gemeinden ist die Absiedelung (vor allem junger) Menschen auf Grund fehlender Arbeitsmöglichkeiten und geänderter Lebensperspektiven seit Jahrzehnten Realität. Zurück bleibt oftmals „nur“ die ältere Generation. Entsprechend viele Häuser sind leerstehende „entkernte“ Domizile deren straßenseitige Fassadenfront die Geheimnisse innerer Aushöhlung zu verschweigen wissen.

 

Das Überschreiten der Türschwelle stellt eine Zäsur für konventionelles Denken dar: im Zeitraffer verdichten sich subjektive Eindrücke und Empfindungen und kratzen an den Hintertürchen un(ter)bewusster Erinnerungen. Gedanken kehren auch in die eigene Vergangenheit zurück, Erinnerungen werden über (Gerüche der) Alltagsgegenstände wiederbelebt, neu gedeutet, umgedeutet, anders erlebt ...

 

Viele Einrichtungsgegenstände wurden bereits entfernt, doch die noch vorhandenen Dinge ermöglichen wage Rekonstruktionen , die rein hypothetisch sind ...

„Taft“ Haarspray am Nachtkasterl, daneben ein Packerl Streichhölzer, Wallfahrts-Sprücherl-Taferl aus Mariazell, ein Kunstblumen-Kitsch-Kranz …


Und hinter all dem Angesammelten, den Dingen täglichen Gebrauchs, dem Firlefanz und Kitsch, dem Nützlichen und weniger Nützlichen ... steht die Frage nach "Existenz" im Raum:

  • Welche Menschen wohnten und lebten in diesem Haus, worin sahen sie den (Un-)Sinn ihres Lebens?
  • Leben sie noch?
  • Wurde viel gelacht?
  • Oder nicht?
  • Welche (nie erfüllten ?) Träume, Wünsche schlummerten in ihren Seelen?
  • Hatten ihre Gespräche Tiefgang, waren Banalitäten ihr täglich (hartes) Brot?
  • Was machte sie glücklich, was traurig?
  • ... ? ? ?

Diese und viele andere unbeantwortbare Gedanken schwirren durch meinen Kopf. Will ich das wirklich wissen?


Ich schleiche ich auf leisen Pfoten durch die verlassenen Räume, atme zurückgelassenes Leben ein ... und aus ...

Galerie "Landleben: Aufgelassen"